Das Gesundheitsnetzwerk "mittendrin" wurde ausgezeichnet

Das Marburger Gesundheitsnetzwerk "mittendrin" wurde mit dem Siegel "good practice" Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten ausgezeichnet.
Das Siegel wird vom Kooperationsverbund Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten aus Berlin, dem u.a. die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Wohlfahrtsverbände, Krankenkassen und wissenschaftliche Gremien angehören, verliehen.
Die Auswahl eines Good Practice Projektes erfolgt nach dreizehn, vom Kooperationsverbund, entwickelten Kriterien anhand derer die besonderen Stärken eines guten Angebots untersucht und beschrieben werden:
- Konzeption, Selbstverständnis,
- Zielgruppe,
- Innovation und Nachhaltigkeit,
- Multiplikatorenkonzept,
- Arbeitsweise,
- Partizipation,
- Empowerment,
- Setting-Ansatz,
- Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung,
- Qualitätsmanagement/Qualitätsentwicklung,
- Dokumentation und Evaluation,
- Kosten-Nutzen-Relation
- Begründung für Good Practice

Wie im Folgenden beschrieben wurde das Marburger Projekt "mittendrin" anhand von vier Kriterien zum Modell guter Praxis ausgezeichnet.
Kriterium: Niedrigschwellige Arbeitsweise
Im Netzwerk "mittendrin" erfolgt die Kontaktaufnahme zu benachteiligten Familien direkt über die Netzwerkpartner vor Ort, wie z.B. Kindergärten und Schulen. Niedrigschwellige Zugänge zu Migranten werden über interkulturelle Vereine und Initiativen geschaffen. Alle Angebote finden im direkten Wohnumfeld der Familien, in den Kitas und Schulen, den Räumlichkeiten der Gemeinweseninitiativen oder auf den wohnortnahen Grünflächen statt.
Kriterium: Empowerment
Das Teilprojekt "interkultureller Garten" ist ein beispiel für die nachhaltige Befähigung der beteiligten Menschen zur selbst organisierten und nachhaltigen Fürsorge für die eigene Gesundheit. Um den anfänglichen Bedürfnissen zugewanderter Familien, sich mit einheimischem Gemüse zu versorgen, zu entsprechen, wurde von der Stadt Marburg ein 3.000 qm großes Grundstück zur Verfügung gestellt. Neben dem nachbarschaftlichen Netzwerk wuchs auch ein Unterstützungsnetzwerk von Kooperationspartnern, Förderern und fachlicher Beratung.

Kriterium: Partizipation
Marburger Pädagogen haben in einem breit angelegten Beteiligungsprozess nahezu 900 Kinder nach ihrem Spiel- und Bewegungsverhalten, ihrem Bewegungsradius und einzelnen Spielorten in ihrem Stadtteil befragt. Die Ergebnisse werden konkret unter Einflussnahme der Bewohner der Stadtteile und direkter Beteiligung der Kinder bei der Gestaltung des Sozialraums umgesetzt.
Kriterium: Integriertes Handlungskonzept/Vernetzung
Das Netzwerk "mittendrin" kooperiert auf Stadtteilebene wie auch in Politik und Verwaltung. Das innere Netzwerk besteht aus der Projektleitung, einem Organisationsteam und 22 verschiedenen Einrichtungen des Elementarbereichs und wird durch das äußere Netzwerk, bestehend aus Kinderärzten, Hebammen, der Marburger Tafel, des BUND/Nabu, interkulturellen Vereinen und dem Büro für Stadterneuerung, unterstützt. Regelmäßige Treffen der Projektleitung, Stadtteilkonferenzen, Netzwerktreffen aller Akteure eines jeweiligen Stadtteils sowie bedarfsorientierte Koordinationsabsprachen gewährleisten eine fachübergreifende Zusammenarbeit und das Gelingen der Vernetzung.
Weitere Informationen über die Arbeit des Marburger Netzwerks gibt es als Kurzfassung oder auf der Homepage www.marburg-mittendrin.de.


