Besser essen. Mehr bewegen. Der Wettbewerb

- Kinder essen gemeinsam in der Kindertagesstätte
Gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung sind wichtige Voraussetzungen für die Entwicklung unserer Gesellschaft. Daher initiierte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) den Konzept-Wettbewerb "Besser essen. Mehr bewegen."
Der Wettbewerb startete am 2. Mai 2005. Gesucht wurden Initiativen, die modellhaft zeigen und in der Praxis erproben, mit welchen Methoden, über welche Zugangswege und mit welchen Partnern der Entstehung von Übergewicht bei Kindern frühzeitig und dauerhaft entgegengewirkt werden kann. Weil das Ernährungs- und Bewegungsverhalten entscheidend in den ersten Lebensjahren geprägt wird, sollten die Projekte schon bei den Schwangeren ansetzen und die ganze Familie mit ihrem Wohn- und Lebensumfeld einbeziehen. Zielgruppe der Maßnahmen sollten alle Kinder bis zur Beendigung der Grundschule sein. Ein besonderer Schwerpunkt wurde auf sozial schwächere und bildungsferne Bevölkerungsschichten sowie auf zugewanderte Familien gelegt, da Übergewicht in diesen Gruppen stärker verbreitet ist. Mit der Umsetzung des Wettbewerbs, die fachliche und administrative Betreuung, wurde die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beauftragt, die hierzu die Geschäftsstelle „Besser essen. Mehr bewegen.“ gründete.
Bis zum 1. August 2005 gingen rund 450 Projektskizzen aus ganz Deutschland in der Geschäftsstelle ein. Ein Team unabhängiger Experten prüfte die Projektentwürfe ehrenamtlich und suchte aus dem riesigen Ideenfundus diejenigen heraus, die das größte Potenzial hatten, die Ziele des Wettbewerbs erfolgreich umzusetzen. Die 50 besten Projekte der ersten Wettbewerbsstufe wurden im September 2005 bekannt gegeben. Sie erhielten eine finanzielle Förderung in Höhe von 3.000,- €, um innerhalb von vier Monaten ein ausführliches Konzept zu erarbeiten und einzureichen.
In der zweiten Wettbewerbsstufe wurden unter Mitwirkung der Experten letztlich 24 Gewinner ausgewählt, die nun als KINDERLEICHT-REGION über einen Zeitraum von 3 Jahren gefördert werden. Sie sollen in der Praxis erproben, wie der Entstehung von Übergewicht bei Kindern am besten vorgebeugt werden kann. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgte im Rahmen einer Pressekonferenz am 11. Mai 2006 durch Bundesminister Seehofer. Die ersten Projekte starteten sukzessive im Herbst 2006, mittlerweile werden in allen 16 Bundesländern Strategien zur Prävention von Übergewicht bei Kindern entwickelt und erprobt. Insgesamt stehen für dieses Modellvorhaben 15 Millionen Euro zur Verfügung.
Die Modellvorhaben werden durch das Max Rubner-Institut (Karlsruhe) wissenschaftlich begleitet und evaluiert, um zu erforschen
- was Projekte erfolgreich und weniger erfolgreich macht;
- wie sich das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Kinder durch die Projekte gesundheitsförderlich verändert;
- wie sich die Lebenswelt/Umwelt der Kinder durch die Projekte gesundheitsförderlich verändert und
- ob und wie sich der Trend zu Übergewicht bei Kindern in den Modellprojekten verändert.
Die Erhebungen umfassen
- Fitnesstage bzw. Fitnessolympiade mit Körpermessungen und Motoriktests,
- Befragungen von Eltern und Kindern zum Ernährungs-, Bewegungs- und Gesundheitsverhalten der Kinder
- Befragung von Pädagogen und Leitungen zur pädagogischen Arbeit in den Gruppen und Klassen im Bereich Ernährung und Bewegung, zu Essen und Trinken in der Institution und zu Bewegungsfreundlichkeit und Ausstattung der Institutionen.
Aus den Endergebnissen wird ein Leitfaden zur Durchführung von zukünftigen Maßnahmen zur Prävention von Übergewicht erstellt.
Broschüre Wettbewerbskonzept 2005 (396 KB)
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